BP-Chef Hayward «am Boden zerstört»
publiziert: Donnerstag, 17. Jun 2010 / 07:32 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Jun 2010 / 08:06 Uhr

Washington - BP-Chef Tony Hayward ist nach eigenen Angaben wegen der Ölpest im Golf von Mexiko «am Boden zerstört». Es tue ihm «zutiefst leid», dass die Katastrophe passiert sei, erklärt er in einer schriftlichen Erklärung.

Der BP-Chef Hayward spricht von einer «beispiellosen» Fehlerserie.
Der BP-Chef Hayward spricht von einer «beispiellosen» Fehlerserie.
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Diese hat er für seinen Auftritt vor einem Kongressausschuss vorbereitet. In dem Papier gibt Hayward ferner zu, dass die Sicherheitsmassnahmen und -technologien bei Tiefseebohrungen «deutlich» verbessert werden müssten.

Hayward spricht von einer «beispiellosen Serie von Fehlern» als Ursache für die Ölpest. Es handle sich bei dem Vorfall um einen «komplexen Unfall». Es seien eine ganze Reihe von Unternehmen darin verwickelt, «darunter BP». Noch sei es aber zu früh, um die Ursache für die Katastrophe zu benennen.

Entschädigungsfonds von 20 Mia. Dollar

Zuvor hatte sich der britische Konzern bereit erklärt, einen Entschädigungsfonds im Umfang von 20 Milliarden Dollar einzurichten. Aus diesem Topf sollen Entschädigungsforderungen von Bürgern und Unternehmen beglichen werden.

Ausserdem will BP 100 Millionen Dollar für Ölarbeiter bereitstellen, die durch die Katastrophe arbeitslos geworden sind. Diese Massnahmen wurden bei einem Treffen mit Präsident Barack Obama am Mittwoch im Weissen Haus vereinbart, an dem der Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Henric Svanberg und auch Hayward teilnahmen.

Keine Dividenden auszahlen

BP werde allen «legitimen Forderungen nachkommen», kündigte Svanberg an. «Wir werden uns um die betroffenen Menschen kümmern, wir werden den Schaden in der Region reparieren.» Um die Entschädigungen zu finanzieren, will der Öl-Konzern in diesem Jahr keine Dividenden an seine Teilhaber auszahlen.

Trotz dieser Schritte kommt auf BP-Chef Hayward ein schwerer Gang zu: Der BP-Chef muss sich bei der geplanten Anhörung im Energie- und Handelsausschuss des Abgeordnetenhaus auf einen Sturm der Kritik einstellen.

Am 20. April war die Bohrinsel «Deepwater Horizon» explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen täglich bis zu 60'000 Barrel Öl aus dem lecken Bohrloch in 1500 Metern Tiefe, das entspricht etwa 9,5 Millionen Liter.

(ade/sda)

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