Steuererhöhungen und Einsparungen von 36,9 Mrd.
Ayrault stellt Frankreichs «Kampfbudget» vor
publiziert: Freitag, 28. Sep 2012 / 14:14 Uhr
Jean-Marc Ayrault warb für einen «Haushalt der sozialen Gerechtigkeit» und «für das Wachstum». (Archivbild)
Jean-Marc Ayrault warb für einen «Haushalt der sozialen Gerechtigkeit» und «für das Wachstum». (Archivbild)

Paris - Mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 36,9 Milliarden Euro will Frankreich das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken. Die französische Regierung beschloss am Freitag den Haushalt für 2013.

Schweizer Kredit online beantragen
2 Meldungen im Zusammenhang
Das Budget sieht nach Angaben der Regierung "nie dagewesene Anstrengungen" vor. Premierminister Jean-Marc Ayrault sprach von einem "Kampfbudget".

Um das Drei-Prozent-Ziel zu erreichen, sollen die Staatsausgaben um zehn Milliarden Euro gekürzt werden. Bei den Ausgaben der öffentlichen Krankenversicherung sollen zusätzlich 2,5 Milliarden gespart werden.

Steuererhöhungen für Reiche

Vorgesehen sind zudem Steuererhöhungen von jeweils zehn Milliarden Euro für Privathaushalte und Unternehmen - zusätzlich zu den Steuererhöhungen von 4,4 Milliarden Euro, die die sozialistische Regierung bereits im Sommer beschlossen hatte. Von den Steuererhöhungen sollen in erster Linie grosse Unternehmen und Besserverdiener betroffen sein.

Der Haushalt sei ein "Haushalt der sozialen Gerechtigkeit" und "für das Wachstum, die Vorbereitung auf die Zukunft", sagte Ayrault nach einer Kabinettssitzung. Die Franzosen rief er auf, den "Kampf" für einen Wirtschaftsaufschwung zu unterstützen. Der Haushalt bereite den Weg für eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum, beteuerte der Sozialist.

Die Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen seien notwendig, um dem stetigen Anwachsen des Schuldenbergs entgegenzutreten, sagte Ayrault. Die Staatsverschuldung sei binnen fünf Jahren um 30 Prozentpunkte auf inzwischen mehr als 90 Prozent des BIP angestiegen.

Verschuldung steigt auf 91 Prozent des BIP

Zuvor hatte das Statistikamt Insee mitgeteilt, dass die Staatsschulden mittlerweile 91 Prozent des BIP betragen. Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici warnte, die Staatsverschuldung habe eine "absolut kritische Schwelle" erreicht.

Staatschef François Hollande lobte den Haushalt nach Angaben von Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem als "Träger für die Wiederankurbelung der Wirtschaft".

Opposition beklagt "Steuerschock"

Kritik kam umgehend von der Opposition: Der Vorsitzende des Finanzausschusses in der Nationalversammlung, der konservative Abgeordnete Gilles Carrez, sagte, "niemals zuvor" sei Unternehmen und Haushalten ein solcher "Steuerschock" auferlegt worden. Die Massnahmen würden die Kaufkraft der Franzosen schwächen.

Frankreichs Defizit in diesem Jahr dürfte mit 83,6 Milliarden Euro bei 4,5 Prozent des BIP liegen. Für das kommende Jahr soll die Neuverschuldung auf 61,6 Milliarden Euro gesenkt werden.

 

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Die Popularitätswerte von Frankreichs Präsident François Hollande sind laut einer neuen Umfrage im September stark ... mehr lesen
François Hollande, Präsident Frankreich
François Hollande
Paris - Im Hinblick auf den Defizitabbau im Jahr 2013 hat Frankreichs Präsident François Hollande eine Steuererhöhung um ... mehr lesen
Premierminister David Cameron hatte am Samstag bei einer Versammlung seiner konservativen Partei versprochen, er werde nicht nur seine diesjährige Erklärung, sondern auch die Angaben vergangener Jahre offenlegen.
Premierminister David Cameron hatte am Samstag bei einer ...
Britischer Premier beträchtlich in die Schusslinie geraten  London - Der durch die «Panama Papers» unter Druck geratene britische Premierminister David Cameron hat wie angekündigt die Daten seiner Steuererklärungen der vergangenen sechs Jahre veröffentlicht. 
Cameron räumt unglücklichen Umgang mit «Panama Papers» ein London - Am britischen Regierungssitz in der Downing Street ...
Cameron räumt Beteiligung an Briefkastenfirma seines Vaters ein London - Nach den Enthüllungen der «Panama Papers» hat der ...
1,2 Milliarden Dollar  New York - Die US-Grossbank Wells Fargo bezahlt wegen ihrer Verwicklung in die Hypothekenkrise 1,2 Milliarden Dollar an die US-Regierung. ...  
Wells Fargo habe «riesige Gewinne» aus den Krediten gezogen. (Archivbild)
Die Weltwirtschaft erholt sich langsam von der Finanzkrise der Jahre 2007-2009. Die Risiken sind aber grösser.
Belebung der Weltwirtschaft  Frankfurt - Der IWF hat seine Rufe nach entschiedenen Schritten zur Belebung ...  
Titel Forum Teaser
Jens Alder äusserte sich zur Strategie. (Archivbild)
Green Investment Alpiq-Präsident weist Kritik von Ebner zurück Olten - Jens Alder, Verwaltungsratspräsident ...
Flurin Müller war 2015 mit dem venture leaders Programm in Boston und New York
Startup News XING kauft Zürcher Startup BuddyBroker Die XING AG übernimmt den venture leaders 2015 BuddyBroker und ihr Produkt eqipia. eqipia ist das führende automatisierte Mitarbeiterempfehlungs-Programm in der ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Wettbewerb
   
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zum Release des siebten Teils der Star Wars-Serie («Das Erwachen der Macht») verlosen wir zwei DVDs.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
29.04.2016
29.04.2016
29.04.2016
GLORILIS de Lesquendieu Logo
29.04.2016
29.04.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 3°C 15°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
Basel 4°C 14°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass freundlich
St. Gallen 5°C 15°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 2°C 13°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen wechselnd bewölkt
Luzern 4°C 15°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 4°C 12°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, kaum Regen freundlich
Lugano 10°C 15°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten