Wachsende Unzufriedenheit
Ausländische Bankkunden reklamieren vermehrt
publiziert: Dienstag, 3. Jul 2012 / 13:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Jul 2012 / 15:43 Uhr
Bankenombudsman Hanspeter Häni.
Bankenombudsman Hanspeter Häni.

Zürich - Banken in der Schweiz führen immer mehr spezielle Bedingungen für Kunden im Ausland oder Kunden mit ausländischem Pass ein. Auf dem Schreibtisch von Bankenombudsman Hanspeter Häni landeten im vergangenen Jahr verstärkt Klagen von Betroffenen.

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Ausländische Bankkunden meldeten sich etwa, wenn die Bank die Kontoführungsgebühren erhöht hatte. Oft störten sich die Kunden nicht nur daran, dass sie als Ausländer höhere Kosten hätten, sondern sie ärgerten sich auch darüber, dass die Bank sie zu spät oder nur ungenügend informiere, sagte Häni am Dienstag in Zürich.

Im Büro des Ombudsmans aufgekreuzt sind auch US-Amerikaner oder Kunden mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, denen die Bank die Kundenbeziehung vor dem Hintergrund des Steuerkonflikts Knall auf Fall aufgekündigt habe. Für verschiedene Schweizer Banken sei das Risiko so genannter US-Personen zu gross geworden, sagte Häni.

Fragen zur Kundenbeziehung

Häni berichtete aber auch vom Fall einer 27-jährigen Schweizerin, die in den USA geboren wurde, deswegen ebenfalls als US-Person gilt und sich Steuerforderungen aus den USA ausgesetzt sah. «Sie hat nun Probleme, weil Schweizer Banken sie nicht mehr als Kundin wollen», sagte Häni.

Solche und ähnliche Fälle machten 2011 38 Prozent der Anfragen aus, die bei der Ombudsstelle eingingen. Das ist zwar nur ein Anstieg um 1 Prozentpunkt. Die Hauptanliegen von ausländischen Kunden, also Fragen der Kontoführung und des Geldverkehrs, häufen sich generell bei der Ombudsstelle.

28 Prozent der Anfragen betrafen Konto, Zahlungsverkehr oder Karten (Vorjahr: 21 Prozent), während die Kategorie Anlageberatung und Vermögensverwaltung 25 Prozent ausmachten (Vorjahr: 32 Prozent). Anlagethemen waren 2009, im Jahr nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothes mit tausenden Geschädigten, mit 71 Prozent Anfragen noch die Hauptbeschäftigung von Häni und der Ombudsstelle gewesen.

Knapp 1900 Anfragen

Insgesamt bearbeitete die Ombudsstelle im vergangenen Jahr 1889 Fälle, leicht weniger als 2010. Allerdings liegt die Zahl der Anfragen immer noch deutlich über dem Mittel der Zeit vor der Finanzkrise.

(bert/sda)

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Im vergangenen Jahr hat Hanspeter Häni knapp 2000 Anfragen erhalten.
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