Krisenmanagement
Auf Notfälle nicht vorbereitet
publiziert: Mittwoch, 8. Feb 2012 / 10:39 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Feb 2012 / 23:08 Uhr
Nur jedes zweite Unternehmen ist für mögliche Katastrophenfälle gewappnet.
Nur jedes zweite Unternehmen ist für mögliche Katastrophenfälle gewappnet.

Zürich - Jedes zweite Unternehmen hat keinen effektiven Plan zur Sicherstellung der Geschäftskontinuität und zur Datenwiederherstellung im Katastrophenfall.

Viele Unternehmen setzen ihre Geschäftskontinuität und ihre Daten leichtfertig aufs Spiel, da sie nur unzureichende Vorsichtsmassnahmen ergriffen haben. Einer Studie des Bürodienstleisters Regus zufolge, fehlt 55 Prozent der befragten Unternehmen eine Lösung zur Fortführung ihrer Geschäftsabläufe im Krisenfall. Darüber hinaus verfügt knapp die Hälfte (45 Prozent) von ihnen nicht über einen ausgereiften Plan zur Notfallwiederherstellung des IT-Bereichs. Regus hatte mehr als 12 000 Geschäftsleute in 85 Ländern nach den Notfallplänen ihrer Unternehmen befragt.

Gefahren werden vernachlässigt

Dabei wurde deutlich, dass Die Vielzahl an katastrophalen Ereignissen im Jahr 2011, wie zum Beispiel Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen etc. hat die Notfallwiederherstellung zu einem wichtigen Punkt auf der Agenda aller Unternehmensvorstände gemacht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei vor allem auf den Kosten, die den Unternehmen durch Naturkatastrophen und deren Nachwirkungen entstehen können. In unseren Breiten sind diese Extremfälle zwar selten, viele Führungskräfte vernachlässigen jedoch die Gefahren, die dem Geschäftsbetrieb durch Vandalismus oder Feuer drohen.



Die Haupterkenntnisse der Umfrage



. 55 Prozent der Unternehmen haben keinen Plan für den Ersatz verlorengegangener Büroarbeitsplätze, der innerhalb von 24 Stunden umgesetzt werden könnte;


. 45 Prozent der Unternehmen haben keinen aktiven Plan zur Notfallwiederherstellung des IT-Bereichs, der sicherstellt, dass das System innerhalb von 24 Stunden wieder funktionstüchtig ist;


. 33 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Kosten für einen Wiederherstellungsplan als zu hoch an;


. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gab jedoch an, dass sie in die Notfallwiederherstellung investieren würden, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte.

. Zwar sind grössere Unternehmen besser auf eine eventuelle Notfallwiederherstellung vorbereitet. Dennoch haben auch hier 26 Prozent keine konkreten Massnahmen im IT-Bereich getroffen, und 40 Prozent verfügen nicht über Arbeitsplatzlösungen für den Notfall.

. Rund 71 Prozent der Finanzdienstleister und 66 Prozent der IKT-Unternehmen verfügen über einen Plan zur Geschäftskontinuität für den IT-Bereich. Mehr als 40 Prozent dieser Unternehmen verfügen jedoch nicht über Plan zur Notfallwiederherstellung von Arbeitsplätzen.


Umdenken

Garry Gürtler, General Regional Manager Balkan, CEE & CIS bei Regus, erklärt: «Unsere Umfrage zeigt, dass die Notfallwiederherstellung von Arbeitsplätzen und IT-Systemen nicht so weit verbreitet ist, wie man vermuten würde. Und das, obwohl selbst ein durchschnittlicher Störfall bis zu 400 000 Euro kosten kann und damit ein Desaster für viele Unternehmen darstellen würde. 
Die meisten Unternehmen gehen dieses Risiko ein, da sie die Kosten für Katastrophenlösungen als zu hoch einschätzen. Gleichzeitig wären sie jedoch dazu bereit, eine monatliche Gebühr zu zahlen, um im Notfall auf eine Arbeitsplatzlösung zugreifen zu können. Dies zeigt uns, dass sich die Einstellung der Unternehmen allmählich ändert, auch wenn zu viele immer noch ein grosses Risiko eingehen. Mit der zunehmenden globalen Verbreitung kosteneffizienter Produkte und Dienstleistungen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass immer mehr Vorstände anfangen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten statt das Beste zu hoffen.»

(ms/sda)

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