Atel will AKW zwischen Olten und Aarau
publiziert: Dienstag, 10. Jun 2008 / 08:04 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Jun 2008 / 15:57 Uhr

Bern - Die Atel Holding AG will im Kanton Solothurn zwischen Olten und Aarau ein neues Kernkraftwerk bauen. Sie hat beim Bundesamt für Energie ein Rahmenbewilligungsgesuch deponiert.

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Atel betrachtet den Standort Niederamt als geeignet.
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Mit dem Projekt will Atel gemäss einer Medienmitteilung «einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der Schweizer Stromversorgung leisten». Über das Rahmenbewilligungsgesuch kann in letzter Instanz das Volk entscheiden.

Bis das neue Atomkraftwerk steht, würde es aber eine ganze Weile dauern. Der Bau eines neuen AKW dauert nämlich nach Ansicht von Experten mindestens 12 Jahre. Darin eingeschlossen sind das Bewilligungsverfahren und die Bauzeit. Das Bundesamt für Energie spricht sogar von 16 bis 18 Jahren.

Die Atel Holding AG hat bislang für den Bau eines neuen AKW den Standort des bestehenden Kernkraftwerkes Gösgen (KKG) im solothurnischen Däniken favorisiert. Dies hatte Atel-Chef Giovanni Leonardi im März klar gemacht.

Mit Gemeinde im Gespräch

Für den Gemeindepräsidenten von Däniken, Gery Meier, ist das Rahmenbewilligungsgesuch der Atel Holding AG für ein neues Kernkraftwerk im Niederamt keine Überraschung. Man sei mit der Atel immer im Gespräch gewesen. Mögliche Standorte seien neben Däniken auch Niedergösgen und Gretzenbach, hielt Meier fest.

Er wies auf die gute Zusammenarbeit mit der Atel hin. Das KKW Gösgen habe der Gemeinde Arbeitsplätze und Wohlstand gebracht. Falls ein neues AKW gebaut wird, will der Gemeinderat Däniken erreichen, dass kein zweiter Kühlturm errichtet wird.

Kantonsparlament für Standort Niederamt

Die Atel Holding schreibt unterdessen, die letzten Volksabstimmungen hätten gezeigt, dass die Bevölkerung des Kantons Solothurn der Kernenergie gegenüber aufgeschlossen sei. Der Bau eines neuen AKW erfordert aber eine breite Trägerschaft. Atel will deshalb weitere Partner für das Projekt gewinnen.

So habe das Kantonsparlament den Solothurner Regierungsrat am 30. Oktober 2007 beauftragt, «sich für den raschen Bau eines Kernkraftwerks im Niederamt einzusetzen».

Volk hat letztes Wort

Der Atel-Chef sagte, das Volk werde das letzte Wort haben. Das beim Bundesamt für Energie eingereichte Rahmenbewilligungsgesuch unterstehe dem fakultativen Referendum. Dieses ermögliche eine «demokratische, sachliche und faire Auseinandersetzung».

Bis das neue Atomkraftwerk steht, würde es aber eine ganze Weile dauern. Der Bau eines neuen AKW dauert nämlich nach Ansicht von Experten mindestens 12 Jahre. Darin eingeschlossen sind das Bewilligungsverfahren und die Bauzeit. Die Investitionen betragen 6 bis 7 Mrd. Franken.

«Kein Zeitdruck»

Die Verhandlungen über mögliche Beteiligungen stünden nicht unter Zeitdruck, schreibt Atel. Sie wolle das Neubauprojekt deshalb weiter entwickeln, bis die definitive Partnerstruktur feststehe.

Hintergrund sei der sich abzeichnende Versorgungsengpass. Dieser entstehe, weil der Stromverbrauch steige und das Stromangebot wegen der Ausserbetriebnahme der älteren Kernkraftwerke und dem Auslaufen von Langzeitimportverträgen sinken werde.

Stromimporte begrenzt

Stromimporte seien wegen der Knappheit in ganz Europa nicht im grossen Stil möglich. Und das Potenzial der neuen erneuerbaren Energien werde trotz massiven Investitionen erst langfristig voll ausgeschöpft werden. Es sei deshalb unumgänglich, vorerst weiterhin auf die Kernenergie zu setzen.

(ht/sda)

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