Arbeitslosigkeit in Eurozone steigt weiter
Arbeitslosigkeit in Eurozone bleibt auf Rekordniveau
publiziert: Dienstag, 10. Jul 2012 / 13:29 Uhr
Da es sehr wenig Arbeitsplätze gibt, sind diese heiss begehrt. (Symbolbild)
Da es sehr wenig Arbeitsplätze gibt, sind diese heiss begehrt. (Symbolbild)

Wien - Die Arbeitslosigkeit in den OECD-Ländern ist weiter gestiegen. Im Mai 2012 waren rund 48 Millionen Menschen ohne Arbeit - fast 15 Millionen mehr als zu Beginn der Finanzkrise Ende 2007. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht.

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Auch im kommenden Jahr dürfte die Arbeitslosenquote bei etwa 8 Prozent verharren, heisst es im aktuellen Arbeitsmarkt-Ausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Noch düsterer sieht es in der Eurozone aus: Hier hat die Arbeitslosigkeit im Mai mit 11,1 Prozent ihren bisher höchsten Wert erreicht.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gewaltig: Während im Mai rund jeder vierte Spanier keinen Job hatte, lag die Arbeitslosigkeit in Österreich bei 4,1 und in Deutschland bei 5,6 Prozent. In der Schweiz betrug die Arbeitslosigkeit nach dem international vergleichbaren Standard im ersten Quartal 4,3 Prozent. Für Mai liegen noch keine Daten vor.

0,2 Prozent Steigerung

Insgesamt stehen die Nicht-Euroländer am Arbeitsmarkt spürbar besser da als die Eurozone und drücken die Arbeitslosigkeit für die gesamte EU auf 10,3 Prozent im Mai. Im ersten Quartal 2012 lag die Quote bei 10,1 Prozent.

Für die Euroländer rechnen die OECD-Experten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit, bevor sich die Lage im Laufe des kommenden Jahres stabilisiert. Wesentlich günstiger sieht der Trend jenseits des Atlantiks aus: Während die Arbeitslosigkeit in Europa in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, ist sie in den USA gesunken und betrug zuletzt 8,2 Prozent.

Viele Jugendliche ohne Arbeit

Besonderen Anlass zur Sorge gibt die hartnäckig hohe Jugendarbeitslosigkeit. Sie betrug im Mai in den OECD-Ländern knapp über 16 Prozent und war damit so hoch wie vor einem Jahr. Auch hier gibt es grosse Unterschiede zwischen den Ländern: In Deutschland (7,9 Prozent) und Österreich (8,7 Prozent) etwa ist die Jugendarbeitslosigkeit vergleichsweise tief.

Hoffnungslosigkeit macht sich hingegen unter den Jugendlichen in den Euro-Krisenländern breit: In Griechenland und Spanien hat nicht einmal jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren Arbeit. In Portugal, Italien und Irland sucht jeder Dritte vergeblich einen Job.

In der gesamten Eurozone betrug die Jugendarbeitslosigkeit im ersten Quartal 22,2 Prozent und erhöhte sich bis Mai auf 22,6 Prozent. In der Schweiz belief sich die Jugendarbeitslosigkeit laut der OECD im ersten Quartal auf 8,3 Prozent.

Der Bericht offenbart eine weitere beunruhigende Zahl: Mehr als 35 Prozent aller Arbeitslosen brauchten mindestens ein Jahr, um wieder eine Stelle zu finden. In den EU-Ländern waren im Durchschnitt rund 44 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos. In den USA ist die Langzeitarbeitslosigkeit von etwa 10 Prozent im Jahr 2007 auf rund 30 Prozent im ersten Quartal 2012 gestiegen.

(knob/sda)

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