Schutzkleidung - ein absolutes Muss
Arbeitskleidung in verschiedenen Berufsfeldern - ein Überblick
publiziert: Montag, 25. Sep 2017 / 14:58 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Sep 2017 / 08:58 Uhr
Eine Schutzhaube sorgt dafür, dass nicht versehentlich Haare ins Essen fallen.
Eine Schutzhaube sorgt dafür, dass nicht versehentlich Haare ins Essen fallen.

Berufsbekleidung bedeutet so viel. In bestimmten Berufszweigen dient sie als Erkennungsmerkmal, das auf Tradition begründet ist. Jeder, schon kleine Kinder, erkennt Schornsteinfeger, Klempner oder auch Polizisten und Feuerwehrmänner einzig an der Kleidung. Doch dienen die Kleidungsstücke nicht allein der Wahrung der Tradition.

Die Berufsbekleidung schützt den Arbeiter gleichfalls und ist ein Kernpunkt der Arbeitssicherheit. Moderne Arbeitskleidung für ein breites Branchenspektrum wird deshalb heute auch von entsprechenden Fachunternehmern angeboten. Dieser Artikel zeigt einige Beispiele.

Maler und Lackierer

Die Berufsbekleidung von Malern und Lackierern ist zumeist weiss und dient natürlich mehreren Zwecken.

  • Schutz - Wer mit Farben arbeitet, verteilt sie selten ausschliesslich an den Wänden oder auf den zu streichenden Gegenständen. Es geht immer etwas daneben und genau hier setzt die Schutzkleidung an. Anstatt eigene Zivilkleidung zu tragen, kleiden sich Maler und Lackierer in speziellen Anzügen.
  • Reinigung - Das Material der Arbeitsbekleidung ist oft besser zu reinigen, als das üblicher Kleidungsstücke. Da die Kleidung weiss ist, lässt sie sich durchaus in der Kochwäsche waschen. Spezielle Beschichtungen helfen zusätzlich, denn die Farbe kann nicht in den Stoff eindringen.
  • Zugehörigkeit - Maler und Lackierer sind leicht an ihrer Bekleidung zu erkennen. Unternehmen können dies nutzen, denn mit einem Logo oder einer Beschriftung lässt sich direkt zeigen, zu welchem Betrieb der Angestellte gehört. 
  • Sicherheit -  Die Bekleidung unterliegt gleichzeitig den gängigen Arbeitsschutzgesetzen. So ist sie derartig geschnitten, dass ein Hängenbleiben verhindert wird. Mit Schutzmasken oder Kunststoffüberzügen lässt sich zudem verhindern, dass die Mitarbeiter mit der Farbe oder deren Dämpfen in Berührung kommen. 

Lebensmittelhandwerk

In der Gastronomie - egal, ob in der Küche, in der Backstube oder in der Fleischverarbeitung - gelten besondere Regeln. Die Hygiene spielt hier eine grosse Rolle, denn es muss verhindert werden, dass die Lebensmittel mit Keimen, Bakterien oder auch nur Schmutz in Berührung kommen. Da ist es natürlich klar, dass es für die einzelnen Bereiche spezielle Arbeitsbekleidungen gibt. Die Anforderungen variieren je nach Arbeitsplatz und während es in Küchen oder Backstuben teilweise ausreicht, die Haare zusammenzubinden und eine Haube zu tragen, gibt es gerade in den Grossbetrieben schärfere Bestimmungen: 

  • Überbekleidung - Schutzbekleidung in der Lebensmittelbranche dient natürlich auch dem Schutz der eigenen Bekleidung, doch verhindert sie ebenfalls, dass Schmutzpartikel in die Nahrung geraten. Gerade in der Fleischverarbeitung ist die Hygiene ungemein wichtig, sodass vermieden werden muss, dass sich Keime von der Kleidung aufs Fleisch übertragen.
  • Haarabdeckung - Nichts ist ekelhafter, als im Restaurant Haare im Essen vorzufinden. Eine Schutzhaube verhindert das bei längeren Haaren. Etliche Gastronomiebetriebe und verarbeitende Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern, dass sie eine Schutzhaube tragen. Je nach Betrieb ist dies sogar eine bindende Vorschrift der Hygieneaufsicht.
  • Handschuhe - Handschuhe sind in vielen Bereichen ebenfalls Pflicht, um die Hygienebestimmungen einzuhalten. 

Natürlich gibt es auch ausserhalb der Küche oder der Produktion Arbeitsbekleidung in der Gastronomie. Die einfachste Variante ist die Dienstbekleidung vieler Kellner in Restaurants. Hier haben sich Hemden, Shirts, Röcke oder Schürzen durchgesetzt. Die Unternehmen haben für die Mitarbeiter im Ausschank freilich grösseren Spielraum und müssen weniger Bestimmungen bezüglich der Kleidung einhalten.

Feuerwehr

In diesem Bereich dient die Arbeitsschutzkleidung gewiss der Erkennung, doch schützt sie in erster Linie den Mitarbeiter. Damit das gelingt, muss die Kleidung etliche Vorschriften erfüllen:

  • Hitzebeständigkeit - Feuerwehrleute gehen dorthin, wo es heiss ist. Die Kleidung muss einen Schutz vor der Hitze bieten und darf sich keinesfalls bei höheren Temperaturen rasch verziehen oder gar zu brennen beginnen.

  • Feuerbeständigkeit - Ein gewisser Feuerschutz ist notwendig. Daher gibt es geltende Gesetze, die festlegen, welche Feuerbeständigkeit die Bekleidung aufweisen muss. Bis zu einer gewissen Temperatur darf die Kleidung keinesfalls brennen oder schmoren. Auch muss sie Funkenschlag standhalten, ohne dass sich Brandlöcher bilden.

Je nach Einsatz haben Feuerwehrmitarbeiter natürlich noch weitere Schutzgegenstände mit sich, deren Vorhandensein durch Normen und Vorgaben geregelt sind. Die Bestimmungen müssen eingehalten werden und es obliegt dem Arbeitgeber, dafür Sorge zu tragen, dass stets ausreichende Schutzausrüstungen vorhanden sind - und dass sich diese in einem guten Zustand befinden.  

Weitere Schutzausrüstungen

Selbst in Arbeitsbereichen, in denen die Berufsbekleidung nicht drastisch auf den ersten Blick auffällt, ist sie vorhanden. Insbesondere im Baubereich herrschen strenge Regeln, deren Einhaltung von den Behörden immer wieder überprüft wird:

  • Schutzhelme - auf Baustellen herrscht häufig Helmpflicht. Der Schutzhelm schützt die Mitarbeiter nicht unbedingt bei Stürzen, sondern dient dazu, den Kopf vor herunterfallenden Gegenständen zu schützen. Gerade im Hausbaubereich kann es schnell geschehen, dass Materialien vom Gerüst hinabfallen. Durch die Falltiefe können nun bereits kleine Gegenstände zu schweren Verletzungen führen.

  • Arbeitsschuhe - Tritt- und Rutschsicherheit ist auf jeder Baustelle wichtig. Arbeitsschuhe besitzen ein starkes Profil, welches Mitarbeiter vor dem Ausrutschen auf rutschigen Bohlen oder im Erdreich schützt. Gleichfalls sind Bereiche der Schuhe verstärkt, sodass die Füsse geschützt werden. Besonders wichtig ist in vielen Bereichen die Isolierung der Schuhe. Die Sohle ist so beschaffen, dass Strom nicht weitergeleitet wird. Gerade auf Baustellen geschieht es schnell, dass ein Kabel ungünstig auf dem feuchten Boden liegt und sich Strom über das Wasser ausbreiten könnte.

Weitere Bereiche, in denen die Berufsbekleidung gängig ist, sind industrielle Branchen. Kein Stahlarbeiter am Hochofen würde ohne entsprechende Bekleidung arbeiten. Eine ganz einfache Variante der Schutzbekleidung ist übrigens die Sicherheitsweste. Es gibt sie in verschiedenen Formen, die jeweils bestimmten Sicherheitsbestimmungen entsprechen. In diesem Bereich geben die Bestimmungen vor, wie stark die Weste reflektieren muss und wie gross die einzelnen Reflexionsbereiche sind. 

Fazit - Berufsbekleidung ist unverzichtbar

Ob zur klaren Identifikation mit einem Handwerk, für eine bessere Hygiene oder zum persönlichen Schutz: Die Berufsbekleidung ist nach wie vor unverzichtbar und ein wichtiger Bestandteil der Arbeitswelt. Durch die teils strengen Gesetzesregelungen werden Arbeitnehmer geschützt, wenn auch das Tragen der Kleidungsstücke teilweise beschwerlich sein mag. Und selbst in eher ungefährlichen Berufen hat die Bekleidung ihren Zweck. So sagt sie klar aus, zu welcher Branche ein Mitarbeiter gehört und bietet somit einen gewissen Werbeeffekt.

(lb/pd)

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