Ruf nach Innovationen
Antibiotika-Forschung: Ökonom fordert mehr Geld
publiziert: Donnerstag, 5. Feb 2015 / 15:10 Uhr
Eine neue Innovationen sei dringend nötig.
Eine neue Innovationen sei dringend nötig.

London - Deutlich mehr Geld ist für die Forschung von Antibiotika nötig, um der durch die zunehmenden Resistenzen drohenden Krise zu begegnen, wie Ökonom Jim O'Neill feststellt.

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Der Experte wurde vom britischen Premierminister David Cameron mit einer Beurteilung der Situation beauftragt. In seinen Empfehlungen betont O'Neill, dass die Kluft der Mittel für die Forschung zwischen Krebs und Antibiotika geschlossen werden muss.

Bis 2050 zehn Mio. Tote jährlich

Der Ökonom warnt davor, dass bis 2050 durch die mangelnde Versorgung mit Antibiotika jährlich mit zehn Mio. Todesopfern zu rechnen ist. Das sind mehr Menschen, als derzeit an den Folgen von Krebs sterben. Die weltweiten Kosten werden in der Folge auf 100 Bio. Dollar (93 Bio. Franken) ansteigen. In den USA wurden zwischen 2010 und 2014 rund 26 Bio. Dollar (24 Bio. Franken) für die Krebsforschung ausgegeben. In diesem Zeitraum erhielt die HIV-Forschung 14 Bio. Dollar (13 Bio. Franken). In die Erforschung antimikrobieller Resistenz wurden jedoch nur 1,7 Bio. Dollar (1,6 Bio. Franken) investiert.

O'Neill hat eine Reihe von Empfehlungen veröffentlicht. Unter anderem fordert er einen weltweiten Innovationsfonds für die Unterstützung neuer Ideen, eine Neubewertung bestehender Medikamente, die Verringerung unnötiger Verschreibungen durch eine bessere Überprüfung, die Ausbildung einer neuen Generation von Wissenschaftlern und die Beobachtung der Ausbreitung von Resistenzen.

Mehr wissenschaftliche Visionen

Laut dem Experten sollten internationale Geldgeber dazu aufgefordert werden, Mittel für einen Fonds zur Verfügung zu stellen, der wissenschaftliche Visionen unterstützt und neue Ideen ermöglicht. «Die Antibiotikaforschung ist der arme Verwandte in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit chronischen Krankheiten. Ohne Antibiotika kann jedoch auch die Behandlung dieser Krankheiten gefährdet werden», so O'Neill. Zahlreiche Behandlungsansätze von der Chemotherapie bis hin zur Chirurgie würden nur durch Antibiotika ermöglicht.

(bg/pte)

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