Amerikanische und asiatische Börsen stürzen dramatisch ab
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 07:01 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Okt 2008 / 21:23 Uhr

New York/Tokio - Ungeachtet aller Beruhigungsstrategien und Rettungsbemühungen geht der Ausverkauf an den Börsen weiter. Nach der steilen Talfahrt der US-Börse am Donnerstag brach auch das japanische Börsenbarometer Nikkei ein.

Präsident George W. Bush versuchte zu beruhigen. (Archivbild)
Präsident George W. Bush versuchte zu beruhigen. (Archivbild)
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Zur Handelsmitte notierte der Nikkei am Freitagvormittag um 11.00 Uhr Ortszeit ein Minus von 974,12 Punkten oder 10,64 Prozent bei 8183,37 Punkten.

Händler zeigten sich ratlos angesichts des neuerlichen Kurseinbruchs. «Niemand kauft mehr, fundamentale Daten spielen keine Rolle mehr und es gibt keine Erklärung für einen solchen Absturz», sagte der Chefstratege von Daiwa Asset Management, Yoshinori Nagano am Freitag.

Auch die Verzögerung bei der Umsetzung des 700-Milliarden-Rettungspakets für die US-Finanzbranche wurde für die Verluste verantwortlich gemacht. «Die US-Regierung diskutiert immer noch, ob sie Geld in Finanzinstitute pumpen soll. Sie muss handeln, selbst wenn das gegen das Gesetz wäre», sagte Nagano.

Auch die Indices in Südkorea und Australien brachen zu Handelsbeginn massiv ein. Der Hang Seng in Hongkong rutschte in den ersten 30 Handelsminuten mehr als acht Prozent ab.

Dow Jones im freien Fall

Am Vorabend hatten auch die US-Börsen ihren freien Fall fortgesetzt und den Handel den siebten Tag in Folge mit massiven Verlusten beendet. Die drei wichtigsten Indizes schlossen auf dem tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren.

So verlor am Donnerstag der Dow-Jones-Index der Standardwerte 7,3 Prozent auf seinen mit 8579 Punkten tiefsten Stand seit Juni 2003. Die wichtigsten Börsen Lateinamerikas stürzten gleichermassen ab. Die Angst wachse unter allen Marktteilnehmern dramatisch, erklärten Händler in Brasilien. Ein Ende der Turbulenzen sei nicht in Sicht.

Bush will beruhigen

US-Präsident George W. Bush will wegen der Finanzkrise und der Börseneinbrüche heute Freitag erneut im Rosengarten des Weissen Hauses eine Ansprache halten.

Wie die Sprecherin des Weissen Hauses, Dana Perino, am Donnerstag sagte, will Bush versichern, «dass alle Anstrengungen unternommen werden, die Märkte zu stabilisieren».

G7-Staaten tagen

Die im US-Kongress mehrheitlichen Demokraten verlangten unterdessen von Bush, er solle einen Krisengipfel der sieben grössten Industrienationen und Russlands (G8) einberufen. In einer gemeinsamen Erklärung der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Senats-Mehrheitsführer Harry Reid hiess es, «das amerikanische Volk und die Welt erwarten von den USA eine Führungsrolle».

Am Freitag wollten in Washington die Finanzminister der grössten Industrienationen (G7) zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen in der Krise zu beraten.

(tri/sda)

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