Aktionäre segnen UBS-Milliardenverlust ab
publiziert: Mittwoch, 23. Apr 2008 / 08:13 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Apr 2008 / 16:09 Uhr

Basel - Die Aktionäre der UBS haben den Verlust der Grossbank für 2007 von 4,4 Mrd. Fr. abgesegnet. Die Jahresrechnung wurde an der Generalversammlung in Basel mit 643,9 Millionen zu 18,3 Millionen Stimmen genehmigt.

UBS musste seit letztem Sommer rund 40 Mrd. Franken abschreiben.
UBS musste seit letztem Sommer rund 40 Mrd. Franken abschreiben.
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Zuvor wurde der scheidende UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel mit freundlichem Applaus bedacht. Ospel gab sich in seiner Rede überzeugt, dass die Bank das Schlimmste überstanden habe.

«Ich verlasse das Unternehmen unter Begleitumständen, die wir uns alle so nicht gewünscht haben», sagte Ospel zur Eröffnung der Generalversammlung.

Die Rede Ospels wurde von den Aktionären ruhig aufgenommen. Nur als Ospel von seinem Verzicht auf eine Wiederwahl sprach, wurde er von kurzem Applaus unterbrochen.

Kein Selbstmitleid

Ospel gab sich in seiner Rede aber auch kämpferisch. Zwar sei die UBS noch in der Defensive, sie habe ihre Hausaufgaben aber gemacht. Kein Verständnis habe er für diejenigen, die nun den Finanzsektor grundsätzlich in Frage stellten.

Für ihn selbst bleibe der Stolz über alles, was die 80'000 UBS-Mitarbeitenden in den letzten zehn Jahren erreicht hätten, schloss Ospel. Selbstmitleid liess er aber nicht aufkommen: «Wer den kalten Wind nicht aushält, hat auf dem Gipfel nichts zu suchen.»

An der GV haben sich 4211 Aktionäre und Aktionärinnen der UBS versammelt. Sie vertreten 48,03 Prozent der stimmberechtigten Aktien, wie zu Beginn der Versammlung bekannt gegeben wurde.

Widerstand gegen Kurer

Auf der Traktandenliste stehen fünf Punkte, so neben der Abnahme des Jahresberichts insbesondere auch Wahlen in den Verwaltungsrat sowie eine weitere Kapitalerhöhung um 15 Mrd. Fr. UBS-Präsident Marcel Ospel tritt ab, neu an die Spitze gewählt werden soll Peter Kurer.

Die Aktionäre sollen nun den wenig bekannten UBS-Chefjuristen gemeinsam mit dem Bankier David Sidwell neu in den Verwaltungsrat wählen. Der neu formierte Verwaltungsrat will Kurer danach zu seinem Präsidenten wählen.

Auf Widerstand ist die Nomination Kurers vor allem bei der Investmentgesellschaft Olivant des ehemaligen UBS-Konzernchefs Luqman Arnold gestossen. Die britische Gesellschaft, die nach eigenen Angaben rund 1,1 Prozent des UBS-Kapitals hält, kritisiert vor allem, dass mit Kurer ein «Insider» an die UBS-Spitze gelangt.

Kapitalerhöhung von 15 Milliarden

Nach Milliardenabschreibern im US-Immobilienmarkt beantragt die UBS zudem eine erneute Kapitalerhöhung von 15 Mrd. Franken, bei der den Aktionären Bezugsrechte zugeteilt werden sollen.

Die UBS hat seit dem letzten Sommer insgesamt rund 40 Mrd. Fr. abschreiben müssen, weil sie sich mit Ramschhypotheken in den USA verspekuliert hatte.

Im Februar hatten die Aktionäre bereits eine Kapitalerhöhung von 13 Mrd. Fr. gutgeheissen, die von Staatsfonds aus Singapur und einem Investor aus dem Nahen Osten gezeichnet wurde.

Kurer will Neuausrichtung

Der Verwaltungsrat der Grossbank UBS will unter der Leitung des designierten Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer die strategische Ausrichtung der Bank überprüfen. Das schliesse auch die Form und Gestalt der Investment Bank ein, hiess es am Mittwoch.

Die UBS werde aber am integrierten Geschäftsmodell festhalten, «wenn auch in einer verschlankten Form», sagte Kurer an der vorab veröffentlichten Rede an der Generalversammlung in Basel.

Leitung stärken

Kurer kündigte zudem an, dass die Leitung der Bank gestärkt werde. So solle der Finanz- und Banksachverstand innerhalb des Verwaltungsrates durch Zuwahlen ergänzen werden. Dies wann immer es in den nächsten Monaten zu Vakanzen im Gremium komme.

Er sei nicht hier, um seine Nomination zu verteidigen, heisst es im Redetext weiter. Der Verwaltungsrat habe ihn gebeten, diese Position zu übernehmen und er habe die Herausforderung angenommen. Kurers Nomination war bei Aktionärsgruppen auf Kritik gestossen.

(ht/sda)

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