Aktionäre der Credit Suisse kritisieren Managerlöhne
publiziert: Freitag, 28. Apr 2006 / 17:43 Uhr

Zürich - Nach der UBS haben auch die Credit Suisse-Aktionäre an der Generalversammlung die Führungsetage der Grossbank wegen ihrer Saläre mit einer Lawine der Kritik überschüttet. Diese seien eine Schande und ungerechtfertigt.

Die Aktionäre verlangen Einsicht in die Höhe der Löhne, auch von CS-Chef Oswald Grübel.
Die Aktionäre verlangen Einsicht in die Höhe der Löhne, auch von CS-Chef Oswald Grübel.
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Ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten an der Versammlung im Hallenstadion insbesondere die so genannten Anreizeinheiten (Performance Incentive Plan Units), die je nach Erreichung der Ziele nach fünf Jahren in eine bestimmte Anzahl CS-Aktien umgewandelt werden. Wieviel dies für 2005 ist, steht nicht im Geschäftsbericht.

Es wird lediglich aufgeführt, dass CS-Chef Oswald Grübel und seine fünf weiteren Geschäftsleitungsmitglieder als Entschädigung 101,6 Mio. Fr. (davon 46,2 Mio. Fr. in bar) und 816 000 Anreizeinheiten bekamen. Optionen wurden keine gewährt.

Der gesamte Verwaltungsrat bekam 20,5 Mio. Fr. (davon 11,1 Mio. Fr. in bar). Den Löwenanteil von 12,1 Mio. Fr. (davon 7,1 Mio. Fr. in bar) bekam Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz.

Kielholz verteidigte das Anreizprogramm

Laut dem Geschäftsführer der Anlagestiftung Ethos, Dominique Biedermann, habe die CS erst auf mehrmaliges Nachfragen bekannt gegeben, dass jeder der sechs Spitzenmanager die Möglichkeit hätte, über 100 Mio. Fr. zu verdienen, wenn sich die Aktie auf 140 Fr. verdoppeln würde, wie dies Grübel anstrebe. Für 2004 wären es gar 170 Mio. Fr. pro Geschäftsleitungsmitglied.

CS-Verwaltungsratspräsident Kielholz verteidigte das Anreizprogramm. Dieses sei eingeführt worden, nachdem das Optionenprogramm abgeschafft worden sei. «Wir zwingen die Manager, 75 Prozent ihrer Boni in dieses Programm zu investieren», sagte Kielholz. Damit werde ein grosser Teil der Boni zwangsweise langfristig angelegt, «und wenn es unglücklich herauskommt, ist der Bonus weg.»

Alle Anträge durchgebracht

Trotz der Kritik brachte die CS-Spitze alle Anträge an der GV mit über 95 Prozent Ja-Stimmen durch. Zudem rückt ein allfälliger Börsengang der Credit-Suisse-Tochter Winterthur näher: Die nötigen Vorarbeiten für eine mögliche Kapitalmarkttransaktion des Versicherers sind weitgehend abgeschlossen.

(smw/sda)

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