Aktien: Das sind die 3 grössten Fehler von Anlegern
publiziert: Donnerstag, 6. Aug 2020 / 08:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Aug 2020 / 09:25 Uhr

Wer sein Geld gewinnbringend veranlagen möchte, der muss sich heute gegen das klassische Sparbuch oder Tages- wie Festgeld entscheiden. Denn die Sicherheit kostet letztlich gar nicht so wenig Geld - berücksichtigt man die Inflation, so wird schnell klar, dass das Geld, das auf dem Sparbuch liegt, mit der Zeit an Wert verliert.

Denn ist die Inflation höher als der Zinssatz, so ist das eine logische wie schmerzhafte Schlussfolgerung.

Eine interessante Alternative sind Aktien. Doch der Aktienmarkt ist nicht ungefährlich - und letztlich mag der Anleger sogar selbst dafür verantwortlich sein, wenn es nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.

Investiert man in Aktien, so ist es ratsam, ein paar Tipps und Tricks zu berücksichtigen. Vor allem mit Blick auf die typischen Anfängerfehler, mag es zu Beginn hilfreich sein, sich an die diversen Tipps der Experten zu halten, um keinen (vermeidbaren) Verlust erleiden zu müssen.

Fehler Nummer 1: Es werden die Gebühren ignoriert

Es geht nicht nur darum, wo man Aktien kaufen kann, sondern auch in weiterer Folge um die Höhe der Gebühren, die im Zuge des Kaufs, der Aufbewahrung wie des Verkaufs anfallen. Die Kosten der Geldanlage sind nämlich als negativer Zinseszinseffekt zu verstehen. Geringe Unterschiede können hier auf lange Sicht nämlich enorme Auswirkungen auf den Endwert der Veranlagung haben. Selbst dann, wenn es nur einen Unterschied von 1,0 Prozent gibt, kann nach einer 30-jährigen Laufzeit ein Unterschied von rund 10.000 Euro entstehen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Gebühren an den Gewinnen nagen, ist es ratsam, im Vorfeld zu überprüfen, ob von Seiten des Anbieters attraktive Konditionen geboten werden oder nicht. In der Regel sind Online Broker günstiger als klassische Filialbanken. Zudem geht es auch um die Frage, wie das Geld veranlagt werden soll. Interessiert man sich für einen aktiv gemanagten Fonds, so fallen weitaus höhere Gebühren als bei einem börsengehandelten Indexfonds - kurz: ETF - an.

Ist man also auf der Suche nach einem Anbieter, so ist es wichtig, nicht nur auf die Leistungen wie Sicherheit zu achten, sondern auch die Gebühren zu berücksichtigen. Vor allem dann, wenn man nur geringe Beträge investieren kann, so etwa über einen Sparplan 50 Euro bis 100 Euro/Monat, ist es wichtig, dass die Gebühren so gering wie nur möglich ausfallen. Denn werden von den 50 Euro/Monat bereits 5 Euro abgezogen, bleiben am Ende gerade einmal 45 Euro übrig, die sodann investiert werden können.

Fehler Nummer 2: Die Missachtung von Dividenden

Der Anleger konzentriert sich in erster Linie auf die Kursentwicklung - diese wird sozusagen als «heiliger Gral» beim Aktieninvestment verstanden. Denn ein steigender Aktienpreis garantiert letztlich die erhofften Gewinne. Doch neben dem Aktienkurs gibt es einen weiteren Ertragsbringer, der sogar viel verlässlicher ist: Dividenden. Dabei handelt es sich um jenen Gewinnteil, der direkt von den Unternehmen an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Wer etwa seit dem Jahr 2001 in den Weltaktienindex MSCI World investiert, der durfte sich bislang über eine durchschnittliche Rendite von 6 Prozent/Jahr freuen. Dabei sind die 6 Prozent aber nicht direkt auf Aktienkursanstiege zurückzuführen - 2,6 Prozent der Rendite lassen sich auf die Dividenden zurückführen. Ein vergleichbarer Effekt kann an allen Aktienmärkten beobachtet werden: Der Dividendenanteil liegt beim Aktienindex S&P 500 bei rund 30 Prozent - beim ATX, dem österreichischen Index, sind es sogar 33 Prozent.

Zudem darf man nicht vergessen, dass Dividenden die Kursschwankungen abfedern - vor allem in der Niedrigzinsphase darf man die regelmässigen Ausschüttungen nicht ignorieren. Jedoch heisst das nicht, nur in Unternehmen zu investieren, die besonders hohe Dividenden ausschütten. Wichtig ist, dass man hier im Vorfeld überprüft, ob die Unternehmen Ausschüttungen aus der Substanz oder aus den laufenden Gewinnen nehmen.

Am Ende sollte sich der Anleger also nicht nur auf die Kursentwicklungen konzentrieren, sondern seinen Blick in Richtung Dividendenzahlungen werfen, wobei man nicht sein gesamtes Ersparte in sogenannte «Dividendenkaiser» stecken sollte.

Wer in Fonds investiert, der wird auf die Begriffe «ausschüttend» wie «thesaurierend» stossen. Das heisst, bei «ausschüttend» werden die Dividendenzahlungen, wie der Name bereits vermuten lässt, ausgeschüttet und stehen sodann zur Verfügung, bei einem «thesaurierenden» Fonds werden die Dividenden hingegen wiederveranlagt. Das heisst, das Geld, das von den Unternehmen ausbezahlt wird, fliesst neuerlich in die Unternehmen.

Fehler Nummer 3: Keine Streuung - wenn das Geld in nur ein Unternehmen investiert wird

Ganz egal, mit welcher Anlageklasse man sich befasst - ob Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Devisen: es gibt keine Garantie auf Erfolg. Das heisst, einmal kann man durch das Aktieninvestment starke Zugewinne verbuchen, dann stellt man wieder fest, der Goldpreis ist gesunken, sodass hier Verluste eingefahren wurden. Im nächsten Jahr kann sich das Blatt wenden - dann steigt wieder der Goldkurs, dafür konnten die Aktien nicht überzeugen.

Die ständigen Bewegungen können natürlich auch als Stabilisierung für das persönliche Portfolio dienen. Denn wichtig ist, dass man nicht alles in Aktien investiert, sondern darauf achtet, eine Streuung über mehrere Anlageklassen zusammenzubringen. Denn so kann man Einbrüche einzelner Anlageklassen abfedern oder gar ausgleichen.

Zudem sollte man nicht sein gesamtes Geld in eine Aktiengesellschaft stecken, sondern darauf achten, in unterschiedliche Unternehmen zu investieren, die des Weiteren auch in verschiedenen Branchen tätig sind. Gerät etwa der Automobilsektor unter Druck und bricht ein, so kann ein Plus im Technologiebereich das Minus in weiterer Folge wieder ausgleichen.

An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass man sehr wohl Geduld braucht: Nicht immer muss das Minus, ausgelöst durch einen Einbruch, letztlich ein Verlust sein - von einem Verlust ist erst dann zu sprechen, wenn zu dem Zeitpunkt des Einbruchs verkauft wird. Behält man jedoch die Aktien, so ist es nur eine Momentaufnahme - eine Schwankung, die in wenigen Tagen, Wochen oder Jahren wieder in die andere Richtung ausschlagen kann. Denn ein Minus kann auch jederzeit wieder zu einem Plus werden. Das heisst, auch dann, wenn die Aktienkurse sich wie gewünscht nach oben bewegen, so ist ebenfalls auch erst dann von einem Gewinn zu sprechen, wenn die Aktien verkauft worden sind.

(ba/pd)

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