In der Verlustzone
Air France will 5000 Stellen abbauen
publiziert: Donnerstag, 21. Jun 2012 / 13:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Jun 2012 / 15:00 Uhr
Die Air France steht seit geraumer Zeit unter Spardruck.
Die Air France steht seit geraumer Zeit unter Spardruck.

Paris - Air France will in den nächsten eineinhalb Jahren fast jede zehnte Stelle abbauen, um wieder auf Gewinnkurs zu kommen. Bis Ende 2013 würden rund 5100 Jobs wegfallen, teilte das krisengeschüttelte Unternehmen am Donnerstag mit.

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Der Stellabbau sei unausweichlich. Kündigungen sollten allerdings vermieden werden. Die Unternehmensführung um Alexandre de Juniac erwartet, dass allein rund 1700 Arbeitsplätze durch natürliche Fluktuation frei werden und gestrichen werden können.

Die restlichen rund 3400 Stellen sollen wegfallen, indem Mitarbeiter mit Abfindungen vorzeitig pensioniert werden, Teilzeit arbeiten oder freiwillig das Unternehmen verlassen. Betroffen vom Stellenabbau ist vor allem das Bodenpersonal mit rund 2000 Stellen, aber auch 450 Pilotenstellen sollen wegfallen.

Air France steht wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise und des harten Konkurrenzkampfes in der Branche seit längerem unter Spardruck. Der Mutterkonzern Air France-KLM verlor allein im vergangenen Jahr unter dem Strich mehr als 800 Mio. Euro.

Drastische Einschnitte

Ein konzernweites Sparprogramm soll nun die Kosten bis Ende 2014 drastisch senken und die Schulden um 2 Mrd. auf dann 4,5 Mrd. Euro reduzieren. Dauerhaft soll das gesamte Unternehmen um 20 Prozent effizienter arbeiten. Falls das Unternehmen 2014 dieses Ziel verfehlt, sollen dem Sparplan zufolge Kündigungen ausgesprochen und Flugverbindungen gestrichen werden.

Dies stösst den Gewerkschaften sauer auf, die dem bis 2015 angelegten Sparplan bis Ende Juni noch zustimmen müssen. Sie fordern einen Verzicht auf Kündigungen «über die ganze Zeit des Plans», wie ein Vertreter der Gewerkschaft CFDT sagte.

Bereits im Mai hatte Air France angekündigt, die Flugzeugflotte drastisch zu verkleinern und in den nächsten zweieinhalb Jahren 34 der zuletzt 148 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen aus dem Verkehr zu ziehen. Ausbaupläne gibt es hingegen für die Tochter Transavia France, die im Billigsegment aktiv ist. Diese soll ab 2013 mehr Flüge anbieten.

Air France beschäftigte als grösste Konzerntochter von Air France-KLM 2011 rund 58'000 Personen. Die Pläne zum Stellenabbau beziehen sich nach Angaben der Fluggesellschaft auf die gut 49'300 Mitarbeitenden, die unter französischem Vertrag arbeiten.

(bg/sda)

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