GAV mit Pilotenverband gekündigt
Aeropers verärgert über «Ignoranz» der Swiss
publiziert: Montag, 22. Sep 2014 / 10:23 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Sep 2014 / 14:46 Uhr
Bis zum Ablauf des GAV gelte laut Swiss die absolute Friedenspflich. (Symbolbild)
Bis zum Ablauf des GAV gelte laut Swiss die absolute Friedenspflich. (Symbolbild)

Zürich-Flughafen - Mit der Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages durch die Swiss spitzt sich der schon länger brodelnde Streit zwischen der Fluggesellschaft und dem Pilotenverband Aeropers zu. Damit ist auch die Zusammenlegung der beiden Pilotenkorps der Swiss weiter in Ferne gerückt.

4 Meldungen im Zusammenhang
Bereits im Frühling hatten die im Verband Aeropers organisierten Airbus-Piloten einen gemeinsamen Gesamtarbeitsvertrag mit den von IPG vertretenen Regionalpiloten abgelehnt. Als Gründe nannte Aeropers damals die geforderten Einschnitte und mangelndes Vertrauen in die Swiss-Geschäftsleitung

Nun sind auch die seit Juli laufenden Gespräche zu einer Einbindung der Aeropers-Piloten in den mit IPG damals abgeschlossenen GAV gescheitert. Dieses Mal kam der Auslöser dazu von der Swiss: Die Fluggesellschaft gab am Montag die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages "GAV 2011" per Ende November 2016 bekannt.

Die Verhandlungen für eine Zusammenlegung der beiden Pilotenkorps ziehen sich bereits seit Ende 2012 hin. Die Aufteilung der Piloten in zwei Korps geht noch auf die Zeit von Swissair und Crossair zurück: Die tiefer entlöhnten Regionalpiloten, die Jumbolino-Flugzeuge der einstigen Crossair fliegen, sind bei Swiss European angestellt, während die Airbus-Piloten von Swiss International beschäftigt werden.

GAV-Kündigung wegen "unüberbrückbaren Differenzen"

Für die Swiss ist die Integration der Regionalfluggesellschaft und die Fusion der Korps nicht zuletzt wegen der geplanten Erneuerung der Regionalflotte mit Bombardier-Jets und der Anschaffung der Langstreckenflugzeuge Boeing 777 sinnvoll. Die Verbände wiederum erhofften sich durch die Fusion eine bessere Einflussnahme und Interessenvertretung für die Piloten.

Die nun erfolgte Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages mit den Aeropers-Piloten stellt eine weitere Eskalationsstufe des Konfliktes zwischen den Airbus-Piloten und der Swiss dar.

Die Kündigung sei aufgrund unüberbrückbaren Differenzen in den wesentlichen Diskussionspunkten sowie der wiederholten Ankündigung gerichtlicher Schritte von Aeropers gegen die Swiss unausweichlich gewesen, argumentierte die Fluggesellschaft. Die Swiss sei aber weiterhin gesprächsbereit.

Aeropers sieht in der GAV-Kündigung hingegen ein Zeichen der Ignoranz der Geschäftsleitung gegenüber der Sozialpartnerschaft, wie Mediensprecher Tobias Mattle auf Anfrage ausführte.

Aeropers überrascht und empört

Die Kündigung komme überraschend, nachdem Aeropers sich noch zu Einsparungen von 6 Prozent des Gesamtaufwandes bereit erklärt hatte, erklärte Mattle. "Das ist mehr, als das Management bei den eigenen Salären zu kürzen bereit ist."

Nach eigenen Angaben erwarte die Swiss zudem im Jahr 2014 einen Gewinn von mindestens 300 Mio. Franken, ergänzte Aeropers in einer Medienmitteilung. Dies lege die Schlussfolgerung nahe, dass es statt der angeblichen Arbeitsplatzsicherheit eigentlich um Gewinnmaximierung zum Wohle der Investoren gehe.

Zudem werfe auch der Zeitpunkt Fragen auf: So bestünde bei einer Kündigung per 2016 keinerlei Anlass zur Eile. Das Swiss-Management fördere mit dem Vorgehen einmal mehr das Misstrauen der Angestellten. Der Pilotenverband erklärte jedoch, trotz der unverständlichen Entscheidung der Geschäftsleitung weitere Gespräche führen zu wollen.

Ein Streik ist indes bis zum Ablauf des Gesamtarbeitsvertrages nicht möglich, da die absolute Friedenspflicht gilt. Im Ausland dagegen wehrten sich jüngst sowohl die Piloten der Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa als auch diejenigen der Air France mit Streiks gegen geplante Sparmassnahmen sowie den Ausbau von Billigfluglinien. Beide Fluggesellschaften signalisierten am Montag, einen Schritt auf die Piloten zugehen zu wollen.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kloten ZH - Aeropers reagiert mit einer Klage auf die jüngst gescheiterten ... mehr lesen
Die Swiss hatte am Montag wegen «unüberbrückbaren Differenzen» die Kündigung des Gesamtarbeitsvertrages ausgesprochen.
Boeing 777 sei gemäss des Airbus-Pilotenverband Sache der Langstreckenpiloten.
Zürich - Nach der Einigung der Swiss mit den Regionalpiloten auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) üben die Langstreckenpiloten Kritik am Management der Fluggesellschaft: Das ... mehr lesen
Kloten - Nach dem Scheitern des ... mehr lesen
Neue Karrierechancen für bisherige Jumbolino-Piloten.
Die Swiss verlangt die Einhaltung des GAV, der noch bis 2016 gilt.
Kloten ZH - Die Airbus-Piloten der Swiss attackieren die Führung der Fluggesellschaft: Die künftigen Swiss-Langstreckenjets Boeing 777 sollen von Piloten geflogen werden, die ... mehr lesen
Die Passagierzahl der Swiss schrumpfte um 2,6 Prozent.
Die Passagierzahl der Swiss schrumpfte um 2,6 Prozent.
Mehr Flüge  Zürich - Die Fluggesellschaft Swiss hat im April deutlich weniger Passagiere als im Vorjahr befördert. Das Minus lag bei 2,6 Prozent. In absoluten Zahlen kam die Schweizer Vorzeige-Airline auf 1,4 Millionen Passiere. mehr lesen 
Flugpassagiere brauchen Geduld  Zürich/Genf/Basel/Bern - Zehntausende Flugpassagiere von und nach Deutschland brauchen am ... mehr lesen  
Schon 2015 hatten Streiks vielen Passagieren von und nach Deutschland zugesetzt.
Die Swiss fliegt als erste Fluggesellschaft mit dem CS 100.
Erste Fluggesellschaft  Bern - Das mit viel Spannung erwartete ... mehr lesen  
Schwacher März  Zürich - Die Fluggesellschaft Swiss hat zwischen Januar und März zwar mehr Flüge angeboten als vor ... mehr lesen  
Swiss hat ein Prozent weniger Passagiere befördert als letztes Jahr.
WIRTSCHAFT: OFT GELESEN
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
3 Gründe, im Ausland zu verkaufen
Startup News Der Schritt ins Ausland birgt Herausforderungen, doch die Chancen überwiegen. Um etwas vorweg zu nehmen: Grenzüberschreitender E-Commerce ist komplex und wird nicht selten unterschätzt. Die nationalen ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Viele spannende Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren. Am Ende kommt es ganz wesentlich auf zwei Dinge an: Sich nicht entmutigen zu lassen und immer wieder nach neuen Lösungen suchen.
Publinews Die beste Idee nutzt nicht viel, wenn kein Kapital vorhanden ist, um sie umzusetzen. Start-ups stehen in der Beliebtheitsskala der Banken jedoch nicht gerade ... mehr lesen
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Eine Haustür kann mit Zusatzschlössern, Querriegeln und Schutzbeschlägen nachgerüstet werden.
Publinews Nach dem Erwerb einer Immobilie ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll, um zu ermitteln, ob Sanierungsbedarf vorhanden ist. Für die betroffenen ... mehr lesen
Weltweite Einsetzbarkeit, hohe und bargeldlose Zahlungssicherheit - die Kreditkarte überzeugt seit jeher mit vielseitigen Vorteilen.
Publinews Immer häufiger kommt sie in Alltag, Urlaub oder bei der Arbeit zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bietet eine Vielzahl an Leistungen und Extras. Die Kreditkarte existiert ... mehr lesen
Wer sich als Unternehmen der Online-Welt verschliesst, der grenzt damit auch wichtige Kunden und Absatzkanäle aus.
Publinews Dass sich grosse Unternehmen es sich nicht nehmen lassen, umfangreichen Online-Aktivitäten nachzugehen, ist heute selbstverständlich. Kleinere und mittlere Unternehmen, ... mehr lesen
Wohnung putzen? Gönnen Sie sich eine professionelle Reinigungsfirma.
Publinews Es mag tatsächlich Menschen geben, die meinen, dass das Putzen der Wohnung oder des Hauses ihnen einen grossen Spass bereitet. Wenn man zu diesen Menschen ... mehr lesen
Damit man herausfinden kann, welche Sanierungsarbeiten getätigt werden müssen, muss man einen Sachverständigen beauftragen.
Publinews Wenn der Putz bröckelt und der Wind durch die alten Fenster pfeift, dann wird es so langsam an der Zeit das Haus zu sanieren. Unter Sanierung wird die Wiederherstellung des Bauwerks ... mehr lesen
Schulkids
Publinews Vielleicht kennen Sie den Klassiker aus den 1980 er Jahren, in dem der österreichische Popsänger Falco den Titel «Nie mehr Schule» anklingen liess. Damals wie heute für viele Kinder und ... mehr lesen
Videos werden in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger - der User favorisiert dieses Medium.
Publinews Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und bringt den Menschen wie den Unternehmen wunderbare Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten werden ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
18.10.2019
Pekhor Watch GmbH Logo
18.10.2019
18.10.2019
18.10.2019
IafeI Logo
18.10.2019
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 11°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 11°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 10°C 14°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 11°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Luzern 11°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten