Abfalltrennung als Schwachpunkt der Expo.02
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mai 2006 / 07:32 Uhr

Neuenburg - Vier Jahre nach der Expo.02 zieht der externe Umweltcontroller eine positive Schlussbilanz.

Es konnte viel Baumaterial wiederverwendet werden. Bild: Die Arteplage Neuenburg.
Es konnte viel Baumaterial wiederverwendet werden. Bild: Die Arteplage Neuenburg.
Die Landesausstellung war aus Sicht der Umweltexperten beinahe ein Vollerfolg. Einzig die Abfallbewirtschaftung beurteilen sie kritisch. Insgesamt sei die Umweltbilanz sehr gut, schreibt Jean-Carlo Pedroli in seinem Schlussbericht. Die Expo.02 war vor exakt vier Jahren eröffnet worden. Die meisten Nachhaltigkeits-Verpflichtungen habe die Expo eingehalten. Einige Massnahmen hätten sogar Beispiel- Charakter.

Stolz dürfen die Expo-Verantwortlichen demnach vor allem in dem Bereich sein, der für 40 Prozent der durch die Landesausstellung verursachten Umweltbelastung verantwortlich war: Der An- und Abreise der Besucher.

Die Expo-Direktion hatte sich zum Ziel gesetzt, 60 Prozent der Besucherinnen und Besucher von der Anreise mittels öffentlichem Verkehr zu überzeugen. Am Ende reisten 69 Prozent per Bahn und Bus an und nur 31 Prozent mit dem Privatauto.

Energiesparen

Als wirksam erwiesen sich auch die Massnahmen zum Energiesparen. Der effektive Stromkonsum lag 40 Prozent tiefer als ursprünglich vorhergesagt. Positiv war der Spareffekt auch beim Baumaterial: 63 Prozent des Stahls, 45 Prozent des Holzes sowie beinahe die gesamte eingesetzte Stein- und Kiesmenge konnten nach der Expo in anderen Bauwerken wiederverwendet werden.

Verschiedene Pavillons und Gebäude wurden dabei vollständig an einem neuen Standort aufgestellt: Der Palais d´Equilibre im CERN in Genf, das Théâtre des Roseaux in Lausanne oder das Cargo in Bättwil SO.

Baumaschinen mit Partikelfilter

Vorzeigecharakter attestieren die Umweltexperten insbesondere dem Entscheid, beim Aufbau der Expo nur Baumaschinen mit Partikelfilter zuzulassen. Damals sei die Bedeutung dieser Massnahme noch nicht allgemein anerkannt worden.

Die Note ungenügend erhält die Expo einzig bei der Abfallbewirtschaftung. Zwar gelang es, die gesamte Abfallmenge pro Besucher deutlich zu senken.

Hingegen wurde dieser Abfall schlecht getrennt. In dieser Frage habe man zu grosse Konzessionen an das optische Erscheinungsbild der Arteplages gemacht und die Abfalleimer zu diskret aufgestellt.

(fest/sda)

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