Europäischen Unternehmen fehlen festgelegte Performance-Management-Strategien
50 Prozent aller IT-Anwendungen scheitern
publiziert: Dienstag, 24. Okt 2006 / 07:50 Uhr

Eine Untersuchung von Compuware zeigt: 52 Prozent der IT-Verantwortlichen europäischer Unternehmen gehen davon aus, dass in mehr als 50 Prozent aller Fälle IT-Anwendungen bei der Liveschaltung scheitern.

54 Prozent der Befragten gaben an, in mindestens 20 Prozent der neu eingesetzten Anwendungen unerwartete Probleme zu haben.
54 Prozent der Befragten gaben an, in mindestens 20 Prozent der neu eingesetzten Anwendungen unerwartete Probleme zu haben.
Das mangelnde Vertrauen in die Anwendungs-Performance resultiert auch daraus, dass 56 Prozent der befragten Unternehmen keine formalen Methoden zum antizipierenden Performance Management einsetzen. Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) gibt sogar an, bei der Minimierung von Performance-Problemen uneffektiv zu sein.

Best Practice anwenden

Michael Allen, Global Director of Performance Solutions von Compuware, erklärt: «Die Frage, wie die Anwendungs-Performance verbessert werden kann, ist nicht neu. Umso erstaunlicher ist, dass viele Unternehmen einen so unkoordinierten Ansatz wählen, selbst wenn sie erkennen, welche weit reichenden Performance-Probleme daraus resultieren. IT-Verantwortliche müssen sich dieses Themas annehmen und sich über Best-Practice-Methoden informieren. Dadurch können sie die richtigen Schritte für ein konsistentes und proaktives Management der Anwendungs-Performance einleiten.»

Zwei Dritte mit Verspätung

Da nur wenige Unternehmen einen strategischen Ansatz verfolgen, hatten die meisten der Befragten auch bereits Performance-Probleme. 54 Prozent gaben an, in mindestens 20 Prozent der neu eingesetzten Anwendungen unerwartete Probleme zu haben. Die Folgen dieser Problematik sind erheblich: So gaben zwei Drittel aller Befragten an, Anwendungen verspätet eingesetzt zu haben. Andere Folgen für die Befragten sind: Zu geringe Performance-Standards, die die Service Level Agreements (SLAs) nicht erreichen (60 Prozent); Anwendungen, die das Budget überschreiten (49 Prozent); Erwartungen der Anwender wurden nicht erreicht (39 Prozent); und negative Effekte für existierende Systeme und Services durch den Einsatz der Anwendung (29 Prozent).

Negative Auswirkungen

Diese Aspekte haben sowohl direkte als auch langfristige Auswirkungen auf die Unternehmen. Die eingeschränkte Performance wirkt sich zum Beispiel negativ auf die Produktivität der Mitarbeiter aus – ein Effekt, den 60 Prozent der Befragten nennen. Die Kundenzufriedenheit sinkt nach Angabe von 78 Prozent der Befragten und 22 Prozent glauben, dass es zu Umsatzeinbussen kommen kann.

Eine schlechte Anwendungs-Performance kann jedoch in mehrerer Hinsicht Kosten verursachen: 56 Prozent der Befragten erklären, dass Probleme bei der Einführung von Anwendungen negative Auswirkungen auf Service Levels bestehender Anwendungen haben und dadurch die Geschäftsprozesse beeinträchtigen. Weitere 47 Prozent vermuten, dass zusätzliche Kosten durch unplanmässige Hardware-Upgrades auftreten.

Keine Überraschung

«Die Folgen, die von den Befragten beschrieben werden, sind nicht überraschend, wenn man sich den momentanen Performance-Management-Ansatz vor Augen hält. Nicht nur, dass die Unternehmen nicht die adäquaten Prozesse einsetzen, 44 Prozent der Befragten erkennen den kritischen Einfluss von Performance-Profiling im Anwendungslebenszyklus nicht einmal», stellt Allen heraus. «Das ist ein entscheidendes Problem, denn das Profiling zeigt den Unternehmen, wie sich die Performance einer Anwendung unter realen Bedingungen im Live-Einsatz verhält.»

Ganze IT-Abteilung einbeziehen

Lediglich 29 Prozent der Unternehmen beziehen die gesamte IT-Abteilung in das Performance Management ein. Dieser kleine Teil erkennt die Bedeutung, die die verschiedenen Bereiche Einsatz, Entwicklung und Testen auf das Management der kontinuierlichen Anwendungs-Performance haben. Die übrigen Unternehmen setzen hingegen nur ein Team auf die Aufgabe an, statt die Verantwortung zwischen den Bereichen zu teilen. «Anwendungs-Performance hat einen direkten und entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensleistung. Deshalb muss sie in der Verantwortung der gesamten IT liegen, statt in einzelnen Silos», erklärt Allen.

Von Help Desk abhängig

Darüber hinaus gaben 71 Prozent der Befragten an, dass sie von den Anrufen der Endanwender beim Help Desk abhängig sind, um auf bestehende Performance-Probleme aufmerksam zu werden. Das bedeutet, dass Unternehmen Probleme erst dann adressieren, wenn der Schaden schon angerichtet ist. Besser wäre es jedoch, Probleme proaktiv anzugehen, bevor sie beim Endanwender auftreten.

An der Umfrage nahmen 150 IT-Verantwortliche aus europäischen Unternehmen verschiedener Branchen teil.

(pd)

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