1. Mai-Feiern mit Kritik an Topmanager
publiziert: Sonntag, 1. Mai 2005 / 11:31 Uhr

Biel - An der 1. Mai-Kundgebung in Biel waren die Saläre der Topmanager und die Personenfreizügigkeit Hauptthemen. SGB-Vizepräsident Vasco Pedrina und SP-Fraktionschefin Hildegard Fässler kritisierten die sich öffnende Lohnschere.

Vasco Pedrina: "Die sich öffnende Lohnschere ist eine tickende Bombe!"
Vasco Pedrina: "Die sich öffnende Lohnschere ist eine tickende Bombe!"
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Das zunehmende Auseinanderklaffen der obersten und unteren Einkommen sei für die Gesellschaft eine tickende Bombe, sagte Vasco Pedrina, Co-Präsident der Gewerkschaft Unia und Vize-Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB).

Langfristig gebe es keine soziale Stabilität ohne soziale Gerechtigkeit. Dieser Grundsatz gelte auch bei den drohenden Rentenerhöhungen, der Flexibilisierung der Arbeitszeit oder bei der erweiterten Personenfreizügigkeit, die im September zur Abstimmung gelange.

Engagement von flankierenden Massnahmen abhängig

Die Gewerkschaften hätten ihre Engagement für die Vorlage davon abhängig gemacht, dass die flankierenden Massnahmen I auch wirklich umgesetzt würden. Verschiedene Kantone wie Zürich und Arbeitgeberverbände wie der Baumeisterverband provozierten mit ihrer Politik, dass Teile der Gewerkschaftsbewegung noch einmal auf ihren Entscheid zurückkommen wollten.

Unia-Geschäftsleitungsmitglied und SGB-Vizepräsident Jean-Claude Rennwald betonte die Bedeutung eines Ja zur Personenfreizügigkeit für die Uhrenstadt Biel. Die EU werde bei einem Nein der Schweiz die bestehenden bilateralen Abkommen kündigen, was für die exportorientierte Branchen dramatische Auswirkungen haben dürfte.

Tiefere Löhne für Wirtschaftswachstum?

Tiefere Löhne als Grundlage für mehr Wirtschaftswachstum seien mit der SP nicht zu haben, sagte Hildegard Fässler, Chefin der SP-Bundeshausfraktion. Heute verdienten jene 10 Prozent mit den höchsten Einkommen fast sieben Mal mehr als die 10 Prozent der Werktätigen, die am wenigsten verdienten. Diese Lohnschere gehe munter weiter auf.

Der Kampf der Linken gegen Lohndruck richte sich aber nicht gegen polnische, tschechische oder ungarische Arbeitnehmende sondern gegen Arbeitgeber, die diese Menschen zu Schundlöhnen anstellen.

Dank den flankierenden Massnahmen könnten Verstösse nach einem Ja zur Personenfreizügigkeit wirksam geahndet werden. Die SVP mache via Plakate Angst vor Arbeitsplatzverlust.

(rr/sda)

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